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Autos: VW streicht jedes zweite Modell

Volkswagen baut sein Modellangebot bis 2030 massiv zurück. Auch bei den Ausstattungsoptionen greift der Konzern ein.
/ Andreas Donath
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Volkswagen-Group-CEO Oliver Blume über den Standort Deutschland (Bild: Volkswagen)
Volkswagen-Group-CEO Oliver Blume über den Standort Deutschland Bild: Volkswagen

Volkswagen will sein Modellangebot bis zum Jahr 2030 deutlich verkleinern. Der Konzern teilte am Donnerstag mit(öffnet im neuen Fenster), die Zahl der Modelle solle um bis zu 50 Prozent sinken. Auch die Ausstattungsoptionen sollen um bis zu 75 Prozent reduziert werden.

Der Vorstand legte dem Aufsichtsrat ein Maßnahmenpaket vor. Es enthält mehrere Sparinitiativen und ein Zielbild für das Jahr 2030. Das Unternehmen solle dadurch robuster und wettbewerbsfähiger werden, hieß es.

Die Produktionskapazitäten sollen künftig bei rund neun Millionen Fahrzeugen pro Jahr liegen. Vor der Coronapandemie war Volkswagen noch auf etwa zwölf Millionen Fahrzeuge ausgelegt. Zwei Millionen Einheiten wurden bereits abgebaut, in China und Europa sollen weitere Schritte folgen.

Zudem sollen zentrale Technologiefelder wie Plattformen, Elektronikarchitekturen und Software stärker zusammengeführt werden. Parallele Strukturen im Konzern sollen abgebaut werden. Auch das Beteiligungsportfolio wird gestrafft.

Keine Angaben zu möglichen Werksschließungen

Angaben zu Werksschließungen oder einem größeren Stellenabbau machte der Konzern nicht. Zuvor hatte das Manager Magazin berichtet, weltweit könnten bis zu 100.000 Arbeitsplätze wegfallen.

Auch die Zukunft von vier deutschen Werken gilt als unsicher. Betroffen wären demnach Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. Volkswagen bestätigte diese Angaben bislang nicht. Bereits Ende 2024 hatten Vorstand und Arbeitnehmervertreter den Abbau von 35.000 Stellen vereinbart, vor allem über Altersteilzeit.

Vorstandschef Oliver Blume erklärte, der Konzern wolle bis 2030 zum attraktivsten Automobilunternehmen der Welt werden. Finanzvorstand Arno Antlitz sprach von einer notwendigen, grundlegenden Neuausrichtung des Geschäftsmodells.

Widerstand durch den Betriebsrat

Kurz vor der Vorstellung des Sparpakets hatte der Konzernbetriebsrat dem Vorstand ein Ultimatum gestellt(öffnet im neuen Fenster). Betriebsratschefin Daniela Cavallo forderte, Blume solle sich bis Freitag konkret gegenüber der Belegschaft erklären. Der Umgang des Vorstands mit den Beschäftigten sei aus ihrer Sicht respektlos.

Während der Aufsichtsrat tagte, protestierten Tausende Mitarbeiter an mehreren Standorten(öffnet im neuen Fenster) gegen die Pläne. In Wolfsburg zogen mehrere Hundert Beschäftigte mit Tröten und Sirenen vor das Vorstandshochhaus. Auch vor Werken in Zwickau und bei den Marken Audi, Porsche und MAN kam es zu Protesten.

IG-Metall-Chefin Christiane Benner kündigte Widerstand gegen mögliche Werksschließungen an. Eine Schließung von vier Standorten werde die Gewerkschaft nicht hinnehmen, sagte sie. In Zwickau versammelten sich Hunderte Beschäftigte vor den Werkstoren.

Warum muss VW sparen?

Hintergrund der Sparpläne ist unter anderem ein Rückgang der Neuwagenverkäufe in Europa. Verglichen mit der Zeit vor der Pandemie liegt das Minus bei rund 16 Prozent. Hinzu kommt wachsender Wettbewerbsdruck aus China. Im vergangenen Jahr erzielte Volkswagen bei 322 Milliarden Euro Umsatz nur noch 9,3 Milliarden Euro Vorsteuergewinn. Als weitere Belastungsfaktoren nennt der Konzern geopolitische Spannungen, steigende Zölle und zunehmende regulatorische Anforderungen.


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