Upcycling: Elektroautos werden durch Altreifen leiser
Ein Forschungsteam der Universität Magdeburg(öffnet im neuen Fenster) hat eine neue Methode zur Schwingungsdämpfung E-Autos entwickelt. Anstatt Dämmmatten zu nutzen, um das Vibrieren der Leistungselektronik zu minimieren, werden die Hohlräume, in denen sich die Elektronik befindet, mit einem Granulat befüllt.
Gewonnen wird es aus alten Autoreifen. In den Hohlräumen verteilt es sich wie Sand und verhindert die Schwingungen, die bei steigender Leistung intensiv werden können.
Das Granulat vermeidet die Übertragung auf weitere Bauteile und konnte in den Versuchen im Durchschnitt die Lautstärke um 6,5 Dezibel senken. Das entspricht einer Annahme der gefühlten Lautstärke auf knapp über 60 Prozent des Ursprungswerts. Bei einzelnen Bauteilen wurden fast 10 Dezibel weniger erreicht, eine Halbierung der originalen Lautstärke.
Elektroautos klingen anders
Während außerhalb von Elektroautos das Rollen der Reifen am deutlichsten hörbar ist, sind es im Fahrzeuginneren häufig die Schwingungen der Elektronik, die von den Fahrern wahrgenommen werden.
Das Forschungsteam beschreibt die Klänge als Sirren, Pfeifen und Surren, sie haben etwas gemeinsam: Die Frequenz liegt jeweils höher als beim Brummen eines Verbrennungsmotors mit nur wenigen Hertz und wird deshalb als unangenehmer wahrgenommen.
Besonders kritisch sei der Bereich zwischen 800 und 1.100 Hertz. In dem Frequenzbereich konnte das Forschungsteam den deutlichen Rückgang des Schalldruckpegels erreichen.
Ursprünglich für Windräder entwickelt
An der Universität Magdeburg wird schon länger die Wirksamkeit des Granulats bei der Schalldämpfung erforscht. Zunächst wurde es in Windkraftanlagen eingesetzt, um die Schwingungen der Bauteile zu dämpfen.
In Elektroautos hätte die Technik weitere Vorzüge. Im Gegensatz zu Dämmmatten und anderen Schallschutzvorrichtungen ist das Granulat leicht, benötigt keinen zusätzlichen Platz und ist preiswert.
Allerdings müssen dessen Dichte und die Körnchengröße für jedes Bauteil genau berechnet werden. Erst dann können die Partikel mit einer maximalen Wirksamkeit eingesetzt werden. Neben dem Einsatz in Elektroautos sei künftig auch die Verwendung in Wechselrichtern oder Steuergeräten denkbar, überall dort, wo störende Schwingungen in Elektronik entstehen.
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